VGE Neujahresempfang und Preisverleihung 2026

„Vielfalt ist kein Nice-to-have“: VGE-Jahresempfang 2026 setzt ein eindringliches Zeichen für Engagement und „radikale Höflichkeit“

Berlin, 30. Januar 2026 – In einer Zeit, in der der gesellschaftliche Zusammenhalt zunehmend auf die Probe gestellt wird, setzte der Verband für gesellschaftliches Engagement e.V. (VGE) bei seinem Jahresempfang 2026 ein deutliches Signal. Unter dem Motto „Offene Kultur. Lebendige Teilhabe.“versammelten sich am 29. Januar zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und der Berliner Stadtgesellschaft im Auditorium Friedrichstraße, um die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements zu würdigen.

In seiner Begrüßung betonte der Moderator Henrik Hansen die Bedeutung des Abends: „Es geht darum, das Netzwerk zu fördern und den lebhaften Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Politik zu stärken.“ Frau Akkoc, Vorstandsmitglied des VGE, blickte auf das Wachstum des Verbandes zurück, der seit 2013 ein sicheres „Zuhause für Engagement“ bietet und mittlerweile 23 Mitgliedsorganisationen vereint.

VGE Neujahresempfang und Preisverleihung 2026 - neujahresempfang 2026 00007

Keynote: Das soziale Gewölbe der Demokratie

Der Keynote-Sprecher Martin Hoyer, Geschäftsführer des Paritätischen Landesverbandes Berlin, fand mahnende und zugleich motivierende Worte. In seinem Impuls „Vielfalt ist kein Nice-to-have – ohne Engagement bricht das Wir weg“ verglich er die Gesellschaft mit einem architektonischen Gewölbe. „Jeder Stein stützt den anderen. Wenn ein Stein fehlt, wackelt das ganze Gewölbe“, so Hoyer. Er rief dazu auf, aktiv gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit aufzustehen und plädierte für eine „radikale Höflichkeit“ im Umgang miteinander: „Engagement ist der Kitt, der die Steine zusammenhält.“

Die Preisverleihung: Bühne frei für die Helden des Alltags

Ein zentraler und hochemotionaler Teil des Abends war die Verleihung der VGE-Engagementpreise. In ausführlichen Würdigungen wurden drei Organisationen geehrt, die durch ihre Arbeit das gesellschaftliche „Wir“ aktiv gestalten.

1. NGO-Preis für die Kulturakademie (Berlin)

Die 2014 gegründete Kulturakademie wurde für ihre langjährige, beharrliche Arbeit in der Integration und Bildung geehrt. Mit Projekten wie Leseclubs und interkulturellen Frühstückstreffen schafft der Verein wertvolle Begegnungsräume für alle Menschen.

Ibrahim Gülhan, der den Preis entgegennahm, unterstrich in seinem Dank die motivierende Wirkung solcher Auszeichnungen:

„Diese Auszeichnungen sind wichtig, weil sie zeigen, dass unsere Arbeit gesehen und geschätzt wird. Das ist sehr wertvoll und gibt den Menschen Mut, die an dieser ehrenamtlichen Arbeit teilnehmen. Es ist eine Bestätigung für alle, die ihre Zeit investieren.“

2. Engagementpreis für „Weihnachten für Alle e.V.“ (Berlin-Spandau)

Dieser Preis würdigt die wertvolle Arbeit eines Vereins, der sich gegen soziale Isolation und Armut einsetzt. „Weihnachten für Alle“ stellt sicher, dass das Fest der Gemeinschaft auch für jene zugänglich bleibt, die am Rande der Gesellschaft stehen. Durch ihr Engagement schaffen sie Wärme und Teilhabe in einer Zeit, in der Einsamkeit oft besonders schmerzhaft spürbar ist. Der Vorstandsvorsitzender Jürgen Kiessling, der sichtlich bewegt auf der Bühne stand, nahm den Preis stellvertretend für ein riesiges Netzwerk entgegen und erinnerte an die Zerbrechlichkeit unserer sozialen Infrastruktur:

„Ich bin wirklich stolz, diesen Preis für diese 2.000 Helfer pro Jahr entgegenzunehmen. Um eine einzelne Person geht es gar nicht. Aber man muss sich klar machen: Wenn das Ehrenamt in unserem Land nur ein oder zwei Tage ausfällt, dann bricht die ganze Infrastruktur hier zusammen.“

3. Engagementpreis für das Autonome Frauenzentrum Potsdam

Als feste Institution in der Region wurde das Autonome Frauenzentrum Potsdam für seinen unermüdlichen Einsatz für Frauenrechte, Schutz vor Gewalt und politische Teilhabe ausgezeichnet. Die Ehrung unterstreicht die Bedeutung sicherer Räume und die Notwendigkeit, für die Gleichberechtigung und Würde aller Frauen aktiv einzustehen – ein Engagement, das seit Jahrzehnten die demokratische Kultur in Brandenburg und Berlin prägt.

Für ihren unermüdlichen Einsatz für Frauenrechte und Schutzräume nahmen Jenny Möller und Heide Rose Gerber vom Autonomen Frauenzentrum Potsdam die Auszeichnung entgegen. In ihrem leidenschaftlichen Plädoyer für eine inklusive Demokratie hob Jenny Möller hervor, wie wichtig Sichtbarkeit für alle Teile der Gesellschaft ist:

„Es ist eine sehr große Anerkennung unserer Arbeit. Unser Ziel ist es, ein gemeinsames Wir zu entwickeln, in dem Frauen in all ihrer Vielfalt gesehen werden – mit all ihren Themen, ob jung oder alt, egal woher sie kommen. Wenn wir so zusammenhalten, gemeinsam auch mit den Männern, dann hat die Demokratie eine Zukunft.“

Ein Abend der Begegnung und des kulturellen Austauschs

Der Empfang wurde durch die Musiker Hakan (Santur) und Günes Berfin (Bendir) musikalisch begleitet, deren Klänge die kulturelle Vielfalt des Abends unterstrichen. Zwischen den Redebeiträgen und nach dem offiziellen Teil bot sich den Gästen aus Politik und Stadtgesellschaft die Gelegenheit zur intensiven Vernetzung.

Der Tenor des Abends war eindeutig: Engagement ist weit mehr als eine freiwillige Leistung – es ist die Grundvoraussetzung für eine stabile, offene und demokratische Gesellschaft. Der VGE-Jahresempfang 2026 hat gezeigt, dass dieses „Wir“ trägt, wenn es von vielen Schultern gemeinsam gestaltet wird.

Visual Portfolio, Posts & Image Gallery for WordPress
Academia Berlin

Academia Berlin e.V.

Aktion für Flüchtlingshilfe e.V.

Barex e.V.

Forum Dialog e.V.

Frauenengagement für ein Miteinander e.V.

Kiez der Kulturen e.V.

Kultur Akademie

Spandauer Kultur- und Bildungshaus e.V.

Stiftung für Bildung und Erziehung

Institut für Islamische Information e.V.

Kubik Kultur & Bildungscampus e.V.